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Trends in der Suchmaschinenoptimierung

12.03.2015 / Wo geht in diesem Jahr die SEO-Reise hin? Wer sich mit dieser Frage auseinandersetzt, stellt rasch fest: Suchmaschinenoptimierung (SEO) war schon immer „das Kriterium“ erfolgreicher Websites und Online-Shops und das wird auch in 2015 so bleiben. Auch die Basis - eine sorgfältige, umfassende Markt- und Keywordanalyse - bleibt unverändert wichtig. Die große Veränderung für das neue Jahr 2015. Reines SEO wird es bald nicht mehr geben. Vielmehr ist die Suchmaschinenoptimierung mehr denn je ein fester Bestandteil einer jeden Marketingstrategie, genauer der Content Marketing Strategie.

Damit einher geht die zunehmende Bedeutung des Zusammenspiels von SEO und Social Media, insbesondere dem Relationship Management über die sozialen Plattformen. Und auch technische Details haben nicht ganz ausgedient: Zwar rücken rein technische Aspekte immer mehr in den Hintergrund, doch ganz ohne technische Stellschrauben geht es freilich auch in 2015 nicht.

Content ist alles - aber viel hilft nicht immer viel

SEO ohne schlagkräftigen Content Plan - also das bloße Anhäufen von Keywords - ist in 2015 endgültig zum Scheitern verurteilt. Denn Google „liest künftig mit“ und versteht immer besser, was wirklich gute Inhalte sind! Unternehmen müssen daher eine gut durchdachte Content Marketing Strategie mit auf eindeutige Zielgruppen abgestimmte Inhalte erarbeiten. Die Fragestellung lautet dabei nicht „Wie kommen alle meine Keywords möglichst häufig in den Text?“ sondern „Welche Informationen erwarten sich die Besucher meiner Website?“

Individueller und hochwertiger Inhalt zeichnet sich z.B. durch Texte aus, die weiterführende, interessante Inhalte bieten und möglichst auch mit ansprechenden crossmedialen Elementen wie Infografiken, Videoelementen, suchmaschinenoptimiertem Bildmaterial, etc. angereichert sind. So wird jeder Verbraucher ein informatives How to-Video zum betreffenden Produkt mehr zu schätzen wissen als endlos lange Texte.

Last but not least: Die gute Strukturierung eines Textes macht die Inhalte nicht nur angenehmer konsumierbar, sondern erleichtert es auch den Crawlern der Suchmaschinen, den Aufbau einer Website zu erkennen und diese entsprechend strukturiert zu durchlaufen und anschließend entsprechend zu ranken. Das heißt, die Inhalte sollten auch intern gut verlinkt sein, Zwischenüberschriften und übersichtliche Aufzählungen enthalten. Doppelte Inhalte (Duplicate Content) sollten immer vermieden werden, denn sie bereiten Suchmaschinen Probleme bei der Identifizierung des „richtigen“ bzw. ursprünglichen Dokuments.

Überschreitet die „Crawl-Dauer" den für die Domain veranschlagten Zeitaufwand, bricht der Crawler das Einlesen der Inhalte einfach ab.

Auf einer gut strukturierten Website mit interessantem, gehaltvollem Content findet die Zielgruppe genau das, wonach sie sucht – im Optimalfall sogar ein bisschen mehr – ist zufriedengestellt, die Reputation des Unternehmens ist gestärkt, die Bekanntheit gesteigert. Nicht zu unterschätzen ist hier die Bedeutung von Meinungsführern und Multiplikatoren, die die Reichweite der Website und damit das Ranking in den Suchmaschinen entsprechend positiv beeinflussen.

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SEO muss social sein

Das ist nicht ganz neu: Social Media Präsenzen beeinflussen das Suchmaschinen-Ranking. Neu in 2015 aber ist, dass Google künftig Facebook und Twitter stärker berücksichtigt – und damit der Einfluss gerade dieser Plattformen deutlich spürbarer sein wird. Freilich muss auch hier zunächst die Zielgruppe genau analysiert werden; branchenabhängig tummeln sich potentielle Zielgruppen mehr oder weniger auf Facebook, Twitter, YouTube, Pinterest, Instagram, Slideshare und so weiter und so weiter...

Hand in Hand mit der Präsenz auf Social Media Plattformen geht Relationship Management, das Beziehungsmarketing. Im Web wird tagtäglich unendlich viel Content produziert; es gilt, aus dieser Flut herauszuragen und wahrgenommen zu werden. Dies gelingt den Unternehmen am besten, die eine „Beziehung“ zu ihrer Zielgruppe aufbauen und pflegen. Eine nicht unwesentliche Rolle spielen auch hier entsprechende Multiplikatoren – theoretisch ist jeder begeisterte Kunde ein engagierter Markenbotschafter (Brand Advocate). ... dem man die Arbeit beispielsweise über in die Website integrierte „Social Buttons“ erleichtern kann: Ein Klick genügt und die Empfehlung des Produkts oder der Dienstleistung ist für alle Facebook-Freunde oder Twitter-Follower sichtbar.

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Die dichte Vernetzung mit themenrelevanten Blogs und die aktive Pflege von Foren und Gruppen in sozialen Netzwerken generiert zusätzliche Traffic-Quellen, die die Zahl der Direktaufrufe der eigenen Website steigert – und somit unabhängiger vom Suchmaschinenranking macht.

SEO und Linkmanagement

Aktiver Linkaufbau, Linkabbau, Link-Controlling, ...

Die Anforderungen der Suchmaschinen an Offpage-Kriterien bzw. qualitative Verlinkungen steigen stetig; vor allem bei sogenannten unnatürliche Linkmustern hinter denen offensichtlich Linktausch- oder Linkkauf-Maßnahmen stecken, wird Google in 2015 noch härter durchgreifen. Sinnvolle und weiterführende Links zu themenverwandten Webpräsenzen sind freilich weiterhin ein wichtiger Service für Besucher der eigenen Website, doch müssen diese sorgfältig und strategisch verwaltet werden.

Links müssen zum Inhalt passen

Ganz entscheidend: Die Linkstruktur muss mit dem Inhalten der Website im Einklang stehen. Darüber hinaus müssen so genannte „Bad Links“ schnellstmöglich gelöst werden, da sie das Ranking negativ beeinflussen. Ein „natürliches Linkprofil“ ist immer in Abhängigkeit von Zielgruppen und dem Markt, in dem das Unternehmen agiert zu beurteilen.

So empfiehlt sich je nach Markt, Umfeld, Produkt- und Gesamt-Strategie die Verlinkung zu regionalen Plattformen, zu entsprechend relevanten Branchenplattformen, Spezialisten-Foren und Fach-Blogs.

Nur Verlinkungen mit einem echten Mehrwert führen dazu, dass andere Websitebetreiber und User verlinken und so zu einem natürlichen Linkaufbau der eigenen Seite beitragen. – Der umso wichtiger ist, als dass der PageRank selbst laut Google künftig nur noch eine untergeordnete Rolle für das Ranking von Websites spielt: Weiterentwickelte Suchmaschinenalgorithmen sind längst in der Lage, nicht nur die Anzahl der eingehenden Links, sondern vielmehr Inhalt der verlinkten Seite zu berücksichtigen und semantische Bezüge herzustellen.

SEO und Usability

SEO ist keine technische Disziplin mehr

Bloße technische Optimierungen werden in 2015 zugunsten King Content endgültig von ihrem Thron gestoßen – doch tragen sie in einem ganzheitlich SEO-Konzept immer noch wesentlich zum Rankingerfolg von Websites, Blogs und Online-Shops bei.

An erster Stelle steht in diesem Jahr sicherlich verstärkt die Ladegeschwindigkeit (PageSpeed) von Webseiten, die bereits seit 2010 einen direkten Einfluss auf das Ranking hat: Ein langsamer Seitenaufbau verärgert nicht nur Besucher, sondern wird von Google künftig als deutlicher Minuspunkt vermerkt. Denn mittlerweile hat die Ladezeit einer Seite direkten Einfluss auf die Aktivitäten der Crawler: Je weniger Zeit des hinterlegten Budgets für den Download der Website benötigt wird, umso mehr Ressourcen bleiben für das Durchsuchen der Seite und ihrer Unterseiten.

Hinzu kommt, dass ein hoher PageSpeed die Benutzerfreundlichkeit steigert und darüber hinaus die Absprungrate genervter Websitebesucher reduziert – ein ganz wichtiger Punkt, denn der Suchmaschinenriese bezieht nun auch die Verweildauer der User mit in Bewertung und Ranking ein.

SEO baut auf Design und Usability

In 2015 stehen mehr denn je folgende Fragen im Mittelpunkt: Fühlt sich die Zielgruppe auf der Website sofort wohl? Findet der Besucher die Informationen, die er sucht? Hat der Online-Shop einen USP, also eine eindeutige Positionierung, die ihn aus der Flut der Online-Shops herausragen lässt? Wie im realen Leben entscheiden Atmosphäre also Design und Komfort also die Benutzerfreundlichkeit (Usability) – über den berühmten ersten Eindruck. Nur eine ansprechend gestaltete, gut strukturierte und intuitiv zu bedienende Website lädt zum Verweilen, Wiederkehren und Verlinken ein.

Responsive Design bringt Vorteile für User und Suchmaschine

In der Welt des www gesellt sich ein weiterer wichtiger Aspekt hinzu: responsive Design (dynamisches Design). So greifen immer mehr Anwender via Smartphone oder Tablet auf Websites, Blogs und Shops zu – und springen umgehend ab, wenn die aufgerufene Seite nicht für mobile Endgeräte optimiert ist. Das wiederum wird von Google registriert und mit entsprechenden Rankingverlusten abgestraft. Responsive Websites, also Webseiten und Online-Shops, die sich dynamisch an das jeweilige Endgerät anpassen, spielen insbesondere im eCommerce-Umfeld eine tragende Rolle für den Rankingerfolg. Einige Schritte weiter gehen die Anforderungen an das Design eines Online-Shops, wenn der User unterwegs in der Straßenbahn am Smartphone shoppt, den Kauf aber zuhause auf dem Sofa am Notebook abschließen möchte. Hier sind ganzheitliche Design-Konzepte gefragt, die die Nutzung des Web-Shops über verschiedene Endgeräte hinweg reibungslos und ohne Einschränkungen gewährleisten.

Fazit: SEO ist in allen Abteilungen zuhause

SEO ist viel mehr als die reine Verschlagwortung von Websites – eine Entwicklung, die sich bereits in den letzten Jahren deutlich abgezeichnet hat und nun in 2015 endgültig zum Tragen kommt. Natürlich sind eine sorgfältige Positionierung und Marktanalyse sowie das Herausarbeiten der relevanten Keywords nach wie vor die Basis für jede SEO-Strategie.

Maßgeblich für den Rankingerfolg einer Website ist aber die Verankerung der Suchmaschinenoptimierung in der Marketing Strategie; vor allem in der Content Strategie, denn im Alltag müssen vor allem die Inhalte stimmen – sie müssen spannend und abwechslungsreich aufbereitet sein und die Zielgruppen ansprechen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist User-relevantes Design für moderne Websites: Surfen muss Spaß machen!

Meine Erfahrung zeigt außerdem, dass SEO ein abteilungsübergreifendes Thema sein sollte. IT, Marketing und PR bis hin zur Geschäftsführung sollten Hand in Hand zusammenarbeiten, um die im Unternehmen vorhandenen Ressourcen in einer ganzheitlichen SEO-Strategie, besser der Content Marketing Strategie, zu bündeln.“

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Ralph Bielenberg
Spezialist SEO und E-Commerce Geschäftsführer second level GmbH
SEO ist viel mehr als die reine Verschlagwortung von Websites – eine Entwicklung, die sich bereits in den letzten Jahren deutlich abgezeichnet hat und nun in 2015 endgültig zum Tragen kommt.
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